
Geplatzt: BKK Gesundheit sagt Fusion mit DAK ab Knapp drei Wochen nach Beginn der Fusionsverhandlungen zwischen DAK und BKK Gesundheit wurden die Gespräche am Dienstag überraschend beendet. Die Selbstverwaltung der BKK hatte sich zuvor für die Eigenständigkeit ihrer Kasse ausgesprochen. Die zum 01.10.2010 geplante Großfusion zwischen der Deutschen Angestellten-Krankenkasse DAK und der BKK Gesundheit ist gescheitert. Dies teilten beide Kassen am 20.07.2010 in knappen Statements auf ihren Internetseiten mit. "Im Laufe der Verhandlungen hatte sich keine tragfähige Basis für den Zusammenschluss beider Krankenkassen ergeben", teilte die DAK mit. Bei der BKK Gesundheit hieß es, der Grundsatz- und Satzungsausschuss sowie der Haushalts- und Prüfungsausschuss hätten dem Verwaltungsrat nach einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag empfohlen, "die Eigenständigkeit der BKK Gesundheit derzeit beizubehalten". Erst Anfang Juli hatten die beiden Kassen ihre Fusionspläne veröffentlicht.
Starke Mitgliederverluste nach Zusatzbeitrag
Sowohl die DAK als auch die BKK Gesundheit erheben bereits seit Februar 2010 einen Zusatzbeitrag von pauschal acht Euro und gelten als finanziell angeschlagen. Beide verbuchen seither starke Mitgliederverluste; laut Medienberichten bis zu 20 Prozent bei der BKK Gesundheit und fünf Prozent bei der DAK. Durch eine Fusion der heutigen Nummern drei und 14 hätte die neue "DAK Gesundheit" mit gut fünf Millionen Mitgliedern und mehr als sieben Millionen Versicherte weiterhin Platz drei eingenommen.
Irritationen um Haftung nach einer Fusion
Durch die von der Regierung geplante Gesundheitsreform wird sich die Finanzlage der Krankenkassen zunächst entspannen. In der Branche wird daher vorerst nicht mit weiteren Zusatzbeiträgen für Versicherte gerechnet. Ob die neue Situation maßgeblich für das Ende der Fusionsgespräche zwischen DAK und BKK Gesundheit war, blieb zunächst offen. Irritationen im Lager der Ersatzkassen hatte jedoch ein anderer Umstand ausgelöst. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hätten die Ersatzkassen im Ernstfall nicht nur für die Verbindlichkeiten einer vereinten "DAK Gesundheit" aufkommen müssen, sondern auch für Schieflagen bei den Betriebskrankenkassen, für die die BKK Gesundheit noch Jahre in Haftung genommen werden könnte. Links zum Thema: Fusionstarifvertrag für DAK und BKK Gesundheit gefordert Fusionen bei AOK, BKK, IKK und Ersatzkassen Fragen und Antworten zu Kassen-Insolvenzen Kabinett beschließt neues Insolvenzrecht für Kassen Dammbruch bei Zusatzbeiträgen - DAK startet im Februar

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